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Funktionen und Aufgaben eines Managers

 

S. Wenn wir über Management sprechen, so haben wir auch die Rolle eines Managers in der ganzen l Unternehmensorganisacion h mensorganisation zu analysieren. Könntest du mir bitte genauer erklären, welche Aufgaben er hat?

K. Ein Manager hat die Aufgabe, in einer bestimmten Zeit gute Arbeit zu leisten. Dafür wird er auch bezahlt. Zur Lösung dieser Aufgabe stehen ihm verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung: Mitarbeiter, Maschinen, Material, Geld, Zeit, Informationen. Diese Mittel ermöglichen es, die Arbeiten zu bewältigen. Schwierigkeiten zu vermeiden oder diese zu mindern, wenn sie doch auftreten. Das ist nicht leicht, weil beim Arbeitsprozeß allerlei unvorhergesehene Probleme entstehen können:

Menschen handeln oft in unerwarteter Weise. Sie neigen zu schnellen, übereilten Handlungen und Entschlüssen. Die Aufgaben werden oft nicht klardefiniert. Die Hilfsmittel sind nicht immer ausreichend, der Informationsfluß ist oft gering und ungenau. Man hat nicht immer genug Zeit, zu wenig Mitarbeiter, Geld und Material. Das alles vergrößert die Gefahr, relevante Faktoren zu vernachlässigen. Trotzdem muß ein Manager richtige Entscheidungen treffen.

S. Schon gut. Aber die aufgezählten Aufgaben und Probleme hat doch jeder Mitarbeiter. Was sind aber die charakteristischen Merkmale und Fähigkeiten eines Managers, die ihn von anderen Mitarbeitern unterscheiden?

K. Der Begriff Manager" kommt aus dem Englischen: to manage", was Im Deutschen handhaben", führen", leiten" bedeutet.

Ein Manager muß vor allem Elan, verbunden mit Führungseigenschaften und Organisationstalent, mitbringen, aber auch die Fähigkeit zu einer schnellen und treffsicheren Analyse sowie Initiative, Motivation und schöpferische Ideen.

S. Das ist aber eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wie kann ein Manager unter Zeitdruck Entscheidungen treffen, die er für richtig hält? Wie kann er den i Entscheidungen seiner Mitarbeiter vertrauen?

K. Helfen kann ihm dabei nur systematisches Denken. Außerdem helfen ihm langjährige Erfahrungen, schwierige Aufgaben zu bewältigen. Die Führungsaufgaben werden immer vielfältiger und komplizierter, sie müssen oft unter Zeitdruck erledigt werden, aber man darf keine Fehlentscheidungen treffen. Je stärker die Konkurrenz, desto schwerwiegender können die Folgen falscher oder ungeeigneter Entscheidungen sein. Das alles muß ein Manager bei seiner Tätigkeit berücksichtigen. Deshalb können diese Funktionen nicht alle übernehmen.

 

I. Ergänzen Sie!

1. Ein Manager hat gute ... in einer bestimmten Zeit zu leisten.

2. Er wird ... bezahlt.

3. Im Arbeitsprozeß können unvorhergesehene ... entstehen.

4. Trotz der Schwierigkeiten sind richtige zu ... treffen.

5. Erfahrungen helfen ihm.

6. Man darf keine ... treffen.

7. Der Manager muß alles bei seiner Tätigkeit.

 

II. Fragen Sie!

1. ... ... ...?

Die Menschen handeln oft in unerwarteter Weise.

2. ... ... ...?

Beim Arbeitsprozeß können verschiedene Schwierigkeiten entstehen.

3. ... ... ...?

Der Manager muß vor allem Elan, Führungseigenschaften und Organisationstalent mitbringen.

4. ... ... ...?

Der Manager trifft Entscheidungen, die er für richtig hält.

5. ... ... ...?

Langjährige Erfahrungen helfen ihm bei der Bewältigung der Aufgaben.

6. ... ... ...?

Bei einer starken Konkurrenz können die Folgen falscher Entscheidungen schwerwiegend sein.

 

 

) Verschiedene Aspekte von Management

 

Wir besprechen hier Managementsysteme, Führungsstile und Organisationskonzepte, die dazu dienen, Mitarbeiter durch klar formulierte Zielsetzungen in die betrieblichen Arbeitsabläufe zu integrieren und sie zu höchsten Leistungen zu motivieren.

 

Beteiligung der Mitarbeiter an Zielsetzungen

 

Es geht hier darum, daß die Mitarbeiter auf der Grundlage konkreter Zielsetzungen ständig wissen, was von ihnen erwartet wird und welche Leistung sie gezeigt haben. Durch quantitative Leistungsvoraussetzungen (Mengen, Fristen, Ergebnisse) können sich die Mitarbeiter in ihrer Arbeit ständig selbst kontrollieren. Damit wird auch die Zielsetzung dieser Methode deutlich; Der Mitarbeiter soll lernen, den ihm gestellten Zielen in seinem Arbeitsbereich gerecht zu werden und entsprechende Aktivitäten zu entfalten. Die Technik dieser Methode besteht in folgendem: Dem Mitarbeiter werden konkrete ökonomische Ziele gesetzt, dazu erhält er entsprechende zieladäquate Mittel, die er nach seiner individuellen Vorstellung und den Marktgegebenheiten einsetzt. Er ist damit für Erfolg oder Mißerfolg in seinem Arbeitsbereich verantwortlich.

Diese Methode aktiviert Selbständigkeiten und erleichtert objektive Lcistungscinschätzung.

 

I. Beantworten Sie folgende Fragen!

1. Wie kann man optimale Leistungen cer Mitarbeiter erreichen?

2. Was fordert diese Methode von dem Mitarbeiter?

3. Was bestimmt dabei die Leistungen des Mitarbeiters?

4. Wie schätzen Sie die Auswirkung dieser Methode auf Untcrnchmensleistungen eistungen ein?

 

Festlegung von Verantwortungsbereichen

 

Es geht hier nicht darum, unbequeme Arbeiten an rangniedrigere Mitarbeiter weiterzugeben, sondern um eine Führung durch Festlegung der Verantwortungsbereiche des einzelnen im Unternehmen. Dem Mitarbeiter wird eine klar begrenzte Verantwortlichkeit in seinem Handlungs- und Führungsbereich übertragen. Das Ziel ist die Entwicklung eines persönlichen Verantwortungsbewußtseins für die jeweiligen Aufgabengebiete. Der Mitarbeiter soll damit unternehmerische Verantwortlichkeit im Denken, Handeln und Führen erlernen und ständig anwenden. Die Aufgaben und Befugnisse werden klar beschrieben und damit für alle im Unternehmen in ihrer Verteilung eindeutig gemacht. So kennt jeder Mitarbeiter seine Möglichkeiten und seine Grenzen.

Diese Verantwortung fördert die Selbständigkeit der Mitarbeiter und entspricht damit der Vorstellung von den betrieblichen Anreizen, die die Arbeit bietet. Diese Anreize haben leistungsfördernden Charakter.

 

I. Beantworten Sie folgende Fragen!

1. Welche Aufgaben haben die Mitarbeiter in Führungsposition?

2. Welches Ziel soll erreicht werden?

3. Was bedeutet diese Methode für jeden einzelnen Mitarbeiter?

4. Äußern Sie Ihre Meinung dazu!

 

) Abgrenzung der Aufgabenbereiche von Vorgesetzten und Mitarbeitern

 

Vorgesetzte klagen oft darüber, daß sie durch Fragen und Bitten ihrer Mitarbeiter bei der Erledigung eigener Aufgaben ständig gestört werden.

Deshalb ist es wichtig, die Fälle abzugrenzen, die Mitarbeiter selbst zu bearbeiten haben und die Angelegenheiten, die Mitarbeiter ihren Vorgesetzten zur Entscheidung vorzulegen haben. Das Ziel dieser Führungsmethodik liegt vor allem in der Zeitentlastung der Vorgesetzten, die damit wieder zu echter taktischer und strategischer Arbeit kommen sollen. Dazu müssen bestimmte Kriterien erarbeitet werden, die klare Abgrenzungen zwischen normalen und besonderen Arbeitsabläufen ermöglichen.

 

I. Beantworten Sie folgende Fragen!

1.       Wodurch werden Vorgesetzte bei der Erledigung ihrer eigenen Aufgaben ständig gestört?

2.       Warum muß man zwischen normalen und besonderen Abläufen in einem Unternehmen differenzieren?

3.       Welches Ziel will man damit erreichen?

 

) Umfassende Informationspolitik auf allen Unternehmensebenen

 

Ein für viele Unternehmen typisches Problem ist der Informationsmangel zwischen den Vorgesetzten und den Mitarbeitern. Es kommt vor, daß Vorgesetzte Pläne entwickeln und diese in die Tat umzusetzten beginnen, ohne ihre Mitarbeiter von ihrem Vorhaben in Kenntnis zu setzen. So erhalten beispielsweise Vorgesetzte Markrinformationen, die sie unbeabsichtigt nicht an ihre Mitarbeiter weiterleiten. Oder Mitarbeiter erarbeiten Ergebnisse, deren Übermittlung an andere Stellen aus irgendwelchen Gründen scheitert.

Selbst einfache organisatorische Vereinbarungen müssen schriftlich festgelegt werden, um alle Stellen im Unternehmen zu erreichen. Auf eine regelmäßige Imformationsübermittlung auf allen Ebenen sollte man auf keinen Fall verzichten Ein solches Führungssystem, das durch Information führen will, hat große Bedeutung.

Das Prinzip dieses, Führungssystems lautet: Umfassende Informationspolitik auf allen Unternehmensebenen". Es sieht vor allem Optimierung von Leistungen sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Richtung vor. Nur wer umfassend informiert ist, kann auch die Aufgaben erfüllen, die ihm gestellt werden. Informationspläne und -kataloge sind in der Hand des Vorgesetzten Führungsinstrumente, mit denen er die formellen Beziehungen im Unternehmen lenkt und die informellen Kontakte beeinflußt. Information und Kommunikation sind unabdingbar miteinander verbunden.

 

I. Beantworten Sie folgende Fragen!

1. Welches Problem ist für viele Unternehmen typisch?

2. Welche Folgen hat für ein Unternehmen das Fehlen der Informationsübermittlung?

3. Was sieht das Prinzip der umfassenden Informationspolitik vor? Äußern Sie Ihre Meinung dazu!

 

Einbeziehung der Mitarbeiter in Entscheidungsüberlegungen

 

Die Devise dieses Managementsystems lautet: Führen durch Beteiligung. Es wird hierbei vor allem die Einbeziehung der Mitarbeiter in die unternehmerische Entscheidungsfindung verslanden. Damit werden die Spezialkenntnisse der Mitarbeiter in alle Überlegungen miteinbezogen. Ein Chef, der so führt, nutzt die Chance, die Qualität der von ihm geforderten Entscheidung zu verbessern und reduziert damit die Gefahr von Fehlentscheidungen.

Der heutige Chef braucht seine Spezialisten nur noch" zu führen. Sein Führungsinstrument ist die systematische Gesprächsführung. Er muß fragen, sortieren, systematisieren, zuhören, ausgleichen, diskutieren, vorbereiten und zusammenfassen können .

Er muß durch gute Führung und Motivation der Mitarbeiter die ihm gestellten Aufgaben optimal erledigen. Wenn er noch die Fähigkeit besitzt, Meinungsverschiedenheiten und -Vielfalt zu berücksichtigen, dann hat er einen idealen Führungsstil gefunden.

 

I. Beantworten Sie folgende Fragen!

1. Was wird unter der Devise Führen durch Beteiligung" verstanden?

2. Auf welche Weise wird die Gefahr von Fehlentscheidungen reduziert?

3. Welche Fähigkeiten sollte ein Vorgesetzter heutzutage besitzen?

4. Sprechen Sie auch Ihre Meinung dazu aus! Wie ist für Sie ein guter/schlechter Chef?

 

e) Mitarbeiterforderung

 

Eine einmal abgeschlossene Ausbildung reicht in einer dynamischen Wirtschaftsordnung nicht mehr aus. Lebenslängliches Lernen wird in eine Führungsmethode auch miteingeschlossen. Systematische Mitarbeiterförderung bestimmt in hohem Maße die erfolgreiche Arbeit eines Vorgesetzten. Dieses System ist sehr konsequent aus der Idee marktorientierten Wirtschaftens abgeleitet worden. Nur die flexibelste Organisation kann sich im Wettbewerb behaupten. Flexibel aber können Menschen nur dann sein, wenn sie ihr Fach erstklassig beherrschen. Das Prinzip lautet deshalb: Weiterentwicklung setzt Weiterbildung voraus."Dieses Prinzip ermöglicht qualitative Leistungsverbesserungen sowohl im Handlungs- als auch im Führungsbereich. Es muß dabei um die systematische individuelle Förderung der Fach- und Führungskompetenz gehen. Menschen sind Langfrist-Investitionen", ihre Instandhaltung" erfolgt durch Weiterbildung. Menschen mit dem Wunsch nach Selbstverwirklichung werden sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Aus jungen Menschen selbständige, selbstbewußte und erprobte Mitarbeiter XU machen, kann auch eine unternehmerische Zielsetzung sein.

 

I. Beantworten Sie folgende Fragen!

 

1. Was verstehen Sie unter dem Begriff Mitarbeiterförderung"?

2. Welche Rolle spielt die Mitarbeiterförderung in einer marktorientierten Wirtschaft?

3. Was setzt das Weiterbildungsprinzip voraus?

4. Was bedeutet für Sie der Wunsch nach Selbstverwirklichung?

 

f) Kreativitätsforderung der Mitarbeiter

 

Flexibilität in der Organisation ist der eine wichtige Faktor im Wettbewerb, Kreativität der andere. Führung durch Kreativitätsförderung bringt immer Erfolg. Sowohl auf den unternehmerischen Beschaffüngs- als auch auf den Absatzmärkten ist eine besondere schöpferische Denkweise unentbehrlich, um Erfolge zu sichern oder Nachteilen vorzubeugen. Kreativität ist die Bereitschaft, weit über die Routine des Tagesgeschäfts hinaus zu handeln sowie alternative Lösungen zu ergründen und zu riskieren.

Damit versucht dieses Managementsystem, die individuelle schöpferische Phantasie der Mitarbeiter zu nutzen. Das ist um so wichtiger, je mehr individuelle und kollektive Kreativitätsmöglichkeiten zum Einsatz kommen.


 

Bei einer Bewertung dieser Methode unter Motivationsgesichtspunkten fallt die besondere Ausrichtung auf bestimmte Fähigkeiten der Mitarbeiter auf. Im Vordergrund steht hier die richtige Motivierung. Dann ermöglicht die

Arbeit als solche Energieabfuhr, soziale Kontakte, Leistung und Selbstverwirklichung.

 

I. Beantworten Sie folgende Fragen!

 

1. Warum ist die Kreativitätsförderung sehr wichtig?

2. Was bildet die Grundlage für die unternehmerische Kreativität?

3. Welche Möglichkeiten bietet eine Arbeit, die motivierend ist?