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Текст № 24

 

GELD UND WÄHRUNG

 

Markt ohne Geld wäre für uns kaum vorstellbar, aber möglich. Man denke nur an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Währungsreform 1948 zurück.  Damals war der Naturalaustausch eine übliche Form der Marktbegegnungen.

Wird Ware gegen Ware getauscht, so findet ein direkter Tausch statt. Man stelle sich unter den Bedingungen des direkten Tausches vor: ein Bauer beabsichtigte sein Pferd gegen eine Kuh zu tauschen. Einige Güter wurden als universelle Tauschmittel benutzt. Damit war der indirekte Tausch geboren (Warengeld). Das Edelmetall als Tauschmittel deutete bereits den nächsten Entwicklungsschritt an. Sehr bald erkannten die Mächtigen dieser Erde, reiche Kaufleute, die große Macht des Mediums Geld. Sie besaßen ein wirksames Steuerungsinstrument des Marktes, ein politisches Machtmittel.

Bürger, Handwerker und Kaufleute zahlten mit Gold- und Silbermünzen. Konten wurden eingerichtet und stoffwertlose Banknoten ausgegeben. In der neueren Zeit setzten sich schnelle und bargeldlose Zahlungen durch, die durch Zahlungen von Konto zu Konto gekennzeichnet wurden.

Geld hat zu allen Zeiten eine beispiellose Anziehungskraft auf den Menschen ausgeübt. Es sei auch betont, daß Geld ein gefährliches Verführungsinstrument darstellt.

Geld ist auch ein Vermittler im Kapitatverkehr.

Unter der Währung wird verstanden

gesetzliche Ordnung des Geldwesens eines Landes,

stoffliche Beschaffenheit des Geldes z. B. Papier-, Silber-, Goldwährung

Währungseinheit (Valuta) des Landes, z- B. DM. Lire, Dollar.

In der BRD bestehen die gesetzlichen Zahlungsmittel aus Papiergeld. Er wird an keine Währungsmetalle gebunden, (freie Währung) Der Geldumlauf wird dem Zahlungsnuttelbedarf der Volkswirtschaft angepaßt. Am Wechselkurs ist zu erkennen, welchen Wert unser Geld im Verhältnis zu ausländischen Geld besitzt.

 

СЛОВАРЬ  К  ТЕКСТУ

 

der Austausch

bargeldlos

die Begegnung

unter den Bedingungen

beabsichtigen

die Beschaffenheit

das Konto

die Güter

die Steuerung

der Umlauf

der Vermittler

die Währung

-         обмен

-         безналичный

-         встреча

-         в условиях

-         намереваться

-         свойство

-         счет

-         товары, грузы

-         управление

-         оборот

-         посредник

-         валюта

 

Задание 1. Ответьте на вопросы к тексту

 

1.       Was bedeutet der Naturalaustausch?

2.       Wobei findet ein direkter Tausch statt?

3.       Welche Güter wurden als universelle Tauschmittel benutzt?

4.       Welche Bedeutung hatte das Edelmetall als Tauschmittel?

5.       Worin besteht die Macht des Mediums Geld?

6.       Welche Zahlungen setzten sich in der neuen Zeit durch?

7.       Welche Rolle spielt Geld zu allen Zeiten?

 

 

 

 

Задание 2. Переведите на русский язык.

 

1.  Was wäre heute ohne Geld?

2.  Hätten alle Lander einheitliche Währung, so würden wir keinen Geldwechsel brauchen.

3.  Könnten Sie die künftige Weltwirtschaft ohne Geld vorstellen?

4.  Man sagt, die Konkurrenz hebe das Geschäft.

5.  Würde man umgekehrt aus der Nachfragersicht sagen, Konkurrenz steigere den Nutzen, so wäre es richtig.

 

Прочитайте, переведите на русский язык

 

Geldmenge (a)

 

Da die in der Gesellschaft vorhandenen Warenwerte sich normalerweise von Jahr zu Jahr vermehren, wird auch die Geldmenge erhöht. Dies ist eine wichtige Aufgabe des Staates, aber nicht der Regierung.

Die Möglichkeit der Geldvermehrung könnte nämlich eimer Regierung als beguemes Mittel erscheinen, finanzielle Probleme des Staatshaushaltes durch das Nachdrucken von Geldscheinen zu lösen.

In marktwirtschaftlich orientierten Landern ist die Befugnis zur Festlegung der Geldmenge der Regierung entzogen und der jeweiligen Zentralbank übertragen. So ist in der BRD von der Bundesregierung unabhängig und keinen Weisungen unterworten- Sie ist per Gesetz verpflichtet, die Währung zu sichern und entscheidet allein über die im Umlauf befindliche Geldmenge.

 

Übung l. Переведите следующие существительные с первым словом "geld":

die Geldmenge, der Geldwert, der Geldbestand, die Gelddeckung, der Geldaufwand, der Geldausdruck, die Gelddakkimwiation, die Geldentwertung, die Geldaufwertung, die Geldausgaben (pl), das Geldeinkommen, der Geldkurs, der Geldstock, Geldmittel (pl), das Geldvolumen, die Geldüberweisung, die Geldvermehrung.

 

Переведите на русский язык

 

GELD (b)

 

Geld ist allgemein anerkanntes Tauschmittel. Es kann jederzeit zum Tausch  gegen Waren und Dienstleistungen benutzt werden.

Geld ist Wertmaßstab und Rechenmittel. Wert und Preis aller Güter werden in Geld ausgedrückt. Das gesamte Preisgefüge in einer Volkswirtschaft basiert auf der Möglichkeit, die Güter über das Geld vergleichbar zu machen. Üblicherweise wird in Geld gerechnet.

Geld ist Wertaufbewahrungsmittel. Man kann mit Hilfe von Geld Werte speichern und ansammeln. Es ermöglicht Kaufkraft aus der Gegenwart in die Zukunft zu übertragen.

Geld ist Wertübertragungsmittel. Ohne diese Funktion wären das Kreditsystem und der Kapitalmarkt nicht denkbar.

Geld ist gesetzliches Zahlungsmittel. Seine Funktion als gesetzliches Zahlungsmittel erhält das Geld durch den Staat. Die Zahlung mit Geld hat schuldbefreiende Wirkung, d.h. Geld ist kraflgesetztes Schuldenttflgungsmittel. Das Geld kann diese Funktionen erfüllen, solange es gesund ist. Jede Inflation stellt zuerst die Wertaufbewahrungsfünktion in Frage. Die Einwirkung nach dem zweiten Weltkrieg hat deutlich gezeigt, wie das Geld nacheinander die oben beschriebenen Funktionen verlor. Wertmaßstab waren damals Zigaretten, Butter  u.a.

 

СловаРЬ  к  тексту

 

das Preisgefüge

üblicherweise

speichern

ausstatten

die Schuldentilgung

anerkannt

das Tauschmittel

die Dienstleistungen

vergleichbar

das Wertaufbewahrungsmittel

das Wertübertragungsmittel

in Frage stellen

verlieren

- структура цен

- обычно

- накапливать

- наделять /полномочиями/

- погашение долга

- признанный

- способ, средства обмена

- услуги

- сравнимо

- способ накопления ценностей

- способ передачи ценностей

- ставить под сомнение

- терять

 

Ответьте на вопросы к тексту:

1). Was ist Geld?

2). Wozu ßann es benutzt werden?

3). Was wird in Geld ansgedrücht?

4). Welche Fußtionen ßann das Geld erbüllen?

 

KREDITE (c)

 

Kredite sind aber in einer modernen Volkswirtschaft nichts Negatives. Auch wirtschaftlich gesunde und starke Unternehmen arbeiten mit Krediten und haben Bankverbindlichkeiten (sprich: Schulden). Sie  mehmem die vom anderen geschaffenen Werte, die in Form von Sparguthaben u.a. bei der Bank deponiert sind, und ermöglichen bei sich damit Modernisierungen bzw, Produktionsausweitungen. Wird sinnvoll investiert, ist das Unternehmen in der Lage, den Kredit mit den entsprechenden Zinsen zurückzuzahlen und gleichzeitig die eigene Gewinn - oder Vermögenssituation zu verbessern. Das als Kredit genutzte Geld hat ""gearbeitete Problematisch wird es, wenn sich das Unternehmen durch die hohen kredite überschuldet oder wenn das Geld nicht zielgerichtet investiert, sondern zum Stopfen von Bilanzlöchern verwendet wird. Dann drohen möglicherweise Zahlungsunfähigkeit und Konkurs. Dagegen sagt die Höhe der Verbindlichkeiten alleine noch nichts über die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens aus. Dieselben Kriterien gelten auch für private und Staatshaushalte.

 

AKTIE (d)

 

Eine mögliche Form der Kapitalbeteiligung ist der Besitz von Aktien, das sind Anteilscheine an einem Unternehmen. Basis hierfür ist die Aktiengesellschaft. Die Zeit, da in der BRD Konzerne von einer Person oder Familie besessen wurden, sind lange vorbei. Heute gehören. die Unternehmen einer Vielzahl von Menschen, die im Besitz solcher Anteilscheine sind. Daimler-Benz, die größte deutsche Firma, gehört rund  480  000  Aktionaren,  von  denen  130  000 Belegschaftsmitglieder sind.

Erzielt das Unternehmen Gewinn, wird ein Teil dessen je Aktie als sogenannte Dividende an die Aktionäre ausgezahlt. Gerat das Unternehmen in die Verlustzone, sinkt der Wert der Aktie, womit sich das Kapital ihres Besitzers, also des Aktionars, vermindert, zumal dann auch keine Dividende gezahlt wird.

 

Задание 1. Образуйте существительные женского рода от прилагательных:

 

Образец: stark - die Stärke

warm, kalt, nah, weit, kurz, früh, tief, hoch, breit.

 

Задание 2. Прочитайте, переведите на русский язык

 

Mit Streiks an der Spitze (e)

 

In allen Industrieländern außer den Vereinigten Staaten stiegen die Lohne im vergangenen Jahr stärker als die Preise. Das erreichten die Wirtschaftspolitiker in den einzelnen Ländern auf unterschiedliche Weise. Je schneller zum Biespiel in Großbritanien die Preise stiegen, desto ungehemmter beharrten Gewerkschaften auf immer höheren Lohnförderungen. Dieser sinnlose Wettlauf und ausgedehnte Streiks trugen zu der gegenwärtigen ernsten Wirtschaftskrise des Landes bei. In der Bundesrepublik hingegen unterstützten die Gewerkschaften den harten Kurs der Bundesbank zur Eindämmung der Inflation mit Vereinbarungen über mäßige Lohnsteigerungsraten

 

Arbeitslosigkeit (f)

 

In der BRD liegt die Qoute der Arbeitslosen gemessen an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen seit Jahren zwischen 8% und 10%. Rund je ein Drittel von ihnen ist kürzer als 3 Monate, zwischen 3 Monaten und einem Jahr ohne Beschäftigungsverhältnis. Allerdings muß man zur Vervollständigung des Bildes hinzufügen, daß in den Jahren 1985 bis 1988 die Zahl der Erwerbstätigen um 740000 gestiegen ist, also eine: e Dreiviertel Million neuer Arbeitsplätze entetand. Zur Zeit sind im der BRD 27, 3 Millionen erwerbstätig, so viel wie nie zuvor. Die Arbeitslosigkeit wäre nur zu vermeiden, wenn die durch Rationalisierung Freigesetzten (weiter) beschäftigt wurden, obwohl die von ihnen erbrachte Arbeitsleistung nicht notwendig ist. Dies würde zu einer Verteuerung der Produkte führen, die dann auch international nicht konkurrenzfähig wären. Die Folge könnte die Pleite des Produktionsbetriebes sein, womit sich die Arbeitslosigkeit vergrößert hätte.

Das Problem muß daher auf andere Weise angepackt werden, nämlich durch eine soziale Absicherang der Arbeitsloben, um sie weitergehend vor den sozialen Folgen des Arbeiteplatzwerlustes zu bewahren, und durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik.

 

СЛОВАРЬ  К  ТЕКСТУ

 

Sozialleistungen (pl)

die Teilhabe

aus eigenem Antrieb

Erwerbstätige (pl)

hinzufügen

wie nie zuvor

vermeiden

das Problem anpacken

bewahren

ersparen (j-m, etw)

- социальные услуги

- участие в прибыли

- добровольно

- трудящиеся

- дополнять

- как никогда прежде

- избегать

- подходить к решению проблемы

- сохранять, оберегать

- избавить к-л. от ч-л.

 

Задание 1. Переведите на русский язык

Обратите внимание на предлоги:

 

1.  Die Industrieproduktion wuchs auf 190 Prozent an.

2.  Das Volksemkommen ist um mehr als 60 Prozent zu erhöhen.

3.  Die Durchschnittslohne haben sich in diesem Jahr um 90% erhöht.

 

4.  Es war vorgesehen, die Arbeitsleistung um 30 Prozent zu steigern.

5.  Die Bruttoproduktion ist im Vergleich zum vorigen Jahr auf 130% gesteigert.

6.  Die Bauindustrie hat in diesem Monat die geplante Aufgabe um 40 Prozent überboten.

7.  Die Zahl der Erwerbstätigen ist in den Jahren 1985 um 740 000 gestiegen.

8.  Die Zahl der Studenten der wirtschaftlichen Fakultät sollte auf 450 anwachsen

 

Выполнить следующие задания:

 

1. Какой глагол соответствует смыслу предложения:

Без какой-либо конкуренции на рынке оферент, а не покупатель был бы королем.

Allein ohne jede Konkurrenz ... der Anbieter und nicht der Kunde "König" auf dem Markt

a) war

b) ist

c) wäre

 

2. Какой глагол соответствует смыслу предложения:

Если бы товаров не хватало из-за возрастающего спроса, то цена бы возросла.

... Güter aufgrund zunehmender Nachfrage knapp, so würde der Preis  steigen.

a) wären

b) sind

c) wurden

 

3. Выберите правильный вариант сказуемого:

Потребность в материале определяется на основе спецификации.

Der Materialbedarf.., anhand von Stücklisten

a) hat ermittelt

b) ist ermittelt

c) wird ermittelt

 

4. Выберите правильный вариант сказуемого:

Производственная программа определялась до начала новой разработки.

Das Produktionsprogramm ... vor Beginn der Neuentwicklung ....

a) hatte festgestellt

b) wird feststellen

c) ist... festgestellt worden

 

5. Выберите соответствующее предложение.

Нас информировали о недостатках этих устройств.

 

a) Wir wurden über die Nachteile dieser Anlagen informiert.

b) Wir haben über die Nachteile dieser Anlagen informiert.

c) Wir werden über die Nachteile dieser Anlagen informiert.

 

6. Какой глагол нужно использовать.

 

Er ... heute mit dem Zug nach Berlin gefahren.

 

a) hat

b) ist

c) wird

 

7. Какой глагол нужно использовать.

 

Неисправная машина будет завтра ремонтироваться.

 

Die defekte Maschine ...molgen .......

 

a) ist repariert

b) wird repariert

c) wird repariert werden

 

8. Какой глагол нужно использовать.

 

Мы хотели бы просить Вас о проведении гарантийного ремонта.

 

Wir ... Sie um Reparatur im Rahmen der Garantieleistung bitten.

 

a) können

b) wollfen

c) möchten

 

9. Какое предложение верно?

 

Вы платите так, как будто не получили наш прейскурант.

 

a) Sie zahlen so, weil Sie unsere Preislisten nicht erhalten haben.

b) Sie zahlen so, wenn Sie unsere Preislisten nicht erhalten.

c) Sie zahlen so, als wenn Sie unsere Preislisten nicht erhalten hätten.

 

 

10. Какое предложение верно?

 

Следует принять участие в проверке товара.

 

a) Man nehme an der Prüfung der Ware teil.

b) Man nimmt an der Prüfung der Ware teil.

c) Der Mann nimmt an der Prüfung der Ware teil.

 

 

1.  Прочитайте, переведите самостоятельно данные тексты с помощью словаря.

2.  Выпишите самостоятельно наиболее употребимые экономические термины по специальности "финансы и кредиты", используемые в каждом тексте.

 

DIE DEUTSCHE BUNDESBANK

 

Ein Gemeinwesen kann dauernd nur dann gedeihen, wenn die materiellen Grundlagen seiner Mitglieder durch eine funktionierende Wirtschaftsichergestellt werden. Für eine moderne Wirtschart sind die Erhaltung des Geldwerts, eine Versorgung mit Kapital sowie ein gegen Krisengesichertes Bankensystem von größter Wichtigkeit. Um diese Ziele zu erreichen, übt der Staat in vielfacher Weise konrollierenden Einfluß aus. Dazu ist er durch die Verfassung und mehrere Einzelgesetze verpflichtet. Die Notenbank der Bundesrepublik Deutschland ist die DeutscheBundesbank. Sie ist eine bundesunmittelbare juristische Person desöffentlichen Rechts; ihr Grundkapital steht dem Bund zu. Sie bestehtaus einer Zentrale in Frankfurt / Main und aus Landeszentralbanken. Das wichtigste Entscheidungsgremium des Bundes inwährungs- und kreditpolitischen Fragen ist der Zentralbankrat. Ihmgehören das Direktorium der Bundesbank und die Präsidenten der Landeszentralbanken an. Das Direktorium besteht aus dem Präsidenten der Bundesbank, dem Vizepräsidenten sowie aus bis zu acht weiteren Mitgliedern, die eine besondere fachliche Eignung besitzen müssen. Die Mitglieder des Direktoriums werden auf Vorschlag der Bundesregierung, die Präsidenten der Landeszentralbanken auf Vorschlag des Bundesrates vom Bundespräsidenten bestellt. Die wichtigste Aufgabe der Bundesbank ist die Sicherung der Währung im Innern und nach außen. Sicherung des Geldwertes im Innern heißt Bekämpfung der Inflation. Inflationen können vielfältige wirtschaftliche und politische Ursachen haben. Rein währungspolitisch betrachtet, sind Inflationen die Folge eines Ungleichgewichts zwischen dem im Umlauf befindlichen Geld und dem Angebot vorhandener  Waren: Es  besteht  ein  Geldüberhang. Die währungspolitische Sicherung der allgemeinen Preistabilität erfolgt daher inerster Linie über die Steuerung der Geldmenge. Zur Steuerung der Geldmenge stehen der Bundesbank eine Reihe währungspolitischer Befugnissezur Verfügung. Als Notenbank verfügt sie über das alleinige Recht, deutsche Banknoten auszugeben. Doch weil Barzahlungsmittel nur einen geringen Teil des gesamten Geldumlaufs ausmachen, nimmt die Bundesbank auf andere Weise Einfluß auf Menge und Umlaufgeschwindigkeit des vorhandenen Geldes: zum Beispiel bei ihren Geschäften mit Banken. Die Kreditinstitute betreiben nämlich zahlreiche Bankgeschäfte mit der Bundesbank, beider diese die "Geschäftsbedingungen" festsetzen kann. So refinanzieren sich Banken etwa durch den Verkauf von Wechseln an die Bundesbank (Rediskontkredit). Oder sie leihen sich bei ihr Geld und verpfänden dafür bestimmte Wertpapiere als Sicherheiten (Lombardkredit). Die Bundesbank gilt aus diesem Grunde auch als eine Bank für Banken. So wie eine normale Bank mit Änderung von Kreditzinsen für ihre Kunden verteuern oder verbilligen kann, vermag auch die Bundesbank im Geschäft mit den Banken durch die Festsetzung des sogenannten Diskont- bzw. Lombardsatzes, d.h. der Zinssätze für Rediskont- und Lombardkredite, den Preis für Geld festzulegen. Da die Kreditinstitute das geänderte "Preisniveau" in der Regel an ihre eigene Kunden weitergeben, gewinnt die Bundesbank einen zumindest mittelbaren Einfluß auf das allgemeine Zinsniveau.

Hohe Zinsen verknappen die Geldmenge und wirken einer Inflation entgegen. Da sie aber gleichzeitig die Kredite  verteuern, können sie in bestimmten Situationen die Konjunktur dämpfen, unter Umständen auch die Arbeitslosigkeit verstärken. Auf Dauer ist jedoch Preisstabilität eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein anhaltendes reales Wachstum der Volkswirtschaft. Deshalb ist es die Aufgabe der Bundesbank, durch eine umsichtige Geldpolitik die Geldwertstabilität zu sichern, gleichzeitig ausreichende Liquidität für das Wirtschaftswachstum zur Verfügung zu stellen und so dem Wohl der Gemeinschaft zu dienen. Damit sie das unbeeinflußt von wechselhaften parteipolitischen Interessen tun kann, ist die Bundesbank bei der Ausübung ihrer Befugnisse unabhängig von Weisungen der Bundesregierung. Soweit es ihre Aufgabe, die Währung zu sichern, zuläßt, ist die Bundesbank verpflichtet, die allgemeine Wirtschaftspolitik der Bundesregierung zu unterstützen. Eine solche Unabhängigkeit der Zentralbank von der politischen Macht besteht in vielen anderen Ländern nicht. In Deutschland hat sie sich aber bewährt, was die hohe Stabilität der Deutschen Mark im internation- alen Vergleich beweist.

Der Bundesbank stehen noch andere wichtige Befugnisse zu, um die Geldmenge zu steuern. So kann sie bestimmte Wertpapiere am offenen Markt zu Preisen, die sie selbst festsetzt, kaufen und verkaufen. Die geldpolitische Strategie, die sie dabei jeweils verfolgt, nennt man ihre "Offenmarktpolittfe". Dieses währungspolitische Instrument hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren. - Die Umlaufmenge des Geldes kann auch über die Festlegung von "Mindestreserven" gesteuert werden. Das sind zinslose Einlagen, die die Banken bei der Bundesbank unterhalten müssen.

Die Bundesbank kündigt seit 1975 ihre geldpolitischen Zielvorstellungen öffentlich an, indem sie zu Beginn jedes Jahres ein Geldmengeziel festlegt, innerhald dessen sich die im Inland befindliche Geldmenge ausweiten soll. Die heute maßgebliche Zielgröße setzt sich zusammen aus dem Bargeldumlauf, den bei den Banken geführten Sicht - und Termineinlagen unter 4 Jahren und den Spareinlagen mit gesetzlichen Kündigungsfrist (3 Monate).

Die Bundesbank ist nicht nur die Bank der Banken. Sie ist auch die Hausbank des Staates, denn der Bund und die Länder sind gesetzlich gehalten, ihre flüssigen Mittel auf Girokonten bei der Bundesbank einzulegen. Gleichzeitig können sie bei ihr innerhalb gesetzlich festgelegten Höchstgrenzen sogenannte Kassenkredite zur Überbrückung kurzfristiger Kassenfehlbeträge aufnehmen; eine Finanzierung von Defiziten der öffentlichen Haushalte durch die Bundesbank ist dagegen ausgeschlossen.

Eine besondere Rolle spielte die Bundesbank bei der Durchführung der deutschen Währungsunion, die am 1. Juli 1990 verwirklicht wurde. Dabei mußte die Bundesbank nicht nur die technische Versorgung der damaligen DDR mit der neuen Währung sicherstellen. Sie trug auch nachhaltig dazubei, die durch die Eingliederung der Kreditinstitute der damaligen DDR indas bankenaufsichtliche System der Bundesrepublik entstanden.

Wichtig ist nicht nur die Geldwertstabilität im Innern. Für ein Land, dessen Wohlstand wesentlich auf dem Handel mit anderen Ländern beruht, ist ein zuverlässiger internationaler Tauschwert seiner nationaler Währungvon besonderer Bedeutung. Der Bundesbank fällt die Aufgabe zu, die Stabilität der Wechselkurse zu fördern. Dabei orientiert sie sich an politischen Vorgaben durch die Bundesregierung. Oft bestehen internationale Absprachen zwischen den Regierungen - etwa diejenigen, die für das Europäische Währungssystem (EWS) getroffen sind. Die Bundesbank arbeitet daher auch eng mit den Notenbanken anderer Länder zusammen.

Wegen des hohen Rangs, den die Deutsche Mark als Anlagewährung an den internationalen  Finanzmärkten einnimmt,   finden  die währungspolitischen Entscheidungen der Bundesbank meist internationale Beachtung. Ein immer engmaschigeres Netz der internationalen Finanzbeziehungea und der politische Einigungswille Europas werden die zukünftigen Formen der Ausübung staatlicher Geldpolitik prägen. Die Schaffung einer europäischen Währung und eines europäischen Zentralbanksystems innerhalb einer möglichst einheitlichen Europäischen Wirtschaftsordnung ist das Ziel.

 

 

 

 

 

EXKURS: BANKWESEN IN DER DDR

 

Das Bankwesen in der DDR war Spiegelbild und Folge der übrigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten: Als intergraler Teil einer "Sozialistischen Planwirtschaft" beschränkte es sich auf Hilfsfunktion zur Erfüllung von Plänen, die zuvor von wirtschaft-sleitenden Zentralorganen festgesetzt worden waren. Ein  nennenswerter Spielraum für eine eigenständige Entwicklung bestand nicht. Der so erstarrte organisatorische Aufbau des Bankwesens verhinderte sowohl eine Vielfalt wie auch eine Weiterentwicklung der von den Kreditinstituten angebotenen Dienstleistungen.

Die zentrale Lenkung und Steuerung des Bankwesens wurde ermöglicht durch die alles beherrschende Stellung der Staatsbank der Deutschen Demokratischen Republik, die 1968 aus der Notenbank hervorgegangen war. Diese Bank, die über ein straff geführtes Filial - und Zweigstellennetz
verfügte, hatte nicht nur alle Befugnisse zur Kontrolle des Geldumlaufs und der Kapitallenkung; sie konnte auch die anderen Kreditinstitute in vielfacher Hinsicht anweisen und war überdies zuständig für Finanzierung und Kontenführung von Kombinaten und Betrieben aus fast allen Wirtschaftsbereichen. Dadurch fielen ihr wichtige Kontrollfunktionen zu. Die Staatsbank selbst war freilich als "zentrales Organ des Ministerrats" nur der verlängerte Arm von Regierung und Partei.

Neben der mit universellem Geschäftsbereich aufbetenden Staatsbank gab es zentrale Spezialkreditinstitute. So die Bank für Landwirtschaft und Nahrungsgüterwirtschaft der DDR (BLN), die ähnlich der Staatsbank über ihre bankgeschäftliche Tätigkeit hinaus Kontrollfunktionen - hier vor allem für die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) - zu erfüllen hatte. Der Deutschen Außenhandelsbank AG (DABA) oblag es, im Auftrag der Staatsbank den internationalen Zahlungsverkehr mit den RGW-Staaten abzuwickeln und in diesem Zusammenhang die Außenhandelsbetriebe zu finanzieren und zu kontrollieren. Die Deutsche Handelsbank AG (DHB) hatte vor allem die Aufgabe, für dringend benötigte Importe aus Ländern des nichtsozialistischen Wirtschaftsbereichs die erforderlichen Devisen zu beschaffen.

Neben diesen zentral geführten Kreditinstituten, die gemäß ihrer Einbindung in das sozialistische Wirtschaftssystem umfassende staatliche Lenkungsund Überwachungsfunktionen wahrnahmen, gab es im Bankwesen der DDR auch Überbleibsel früherer historischer Strukturen. Die 1945 neu gegründeten Sparkassen knüpften an Traditionen ihrer Vorgänger-Institute an: Sie wickelten den Zahlungsverkehr ab und sammelten die Einlagen der privaten Haushalte. Eine Kreditvergabe fand nur in engen Grenzen und zu bestimmten Zwecken statt. An die Traditionen genossenschaftlicher Krediteinrichtungen knüpften die Genossenschaftskassen für das Handwerk und Gewerbe sowie die Bäuerlichen Handelsgenossenschaften an. Die Deutsche Post nahm ähnlich der Bundespost Aufgaben beim Zahlungsverkehr wahr.

Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken auf dem Gebiet der neuen Bundesländer bemühen sich, mit Hilfe von westlichen Partnerinstituten und Kreditinstitutsverbänden Anschluß an die Leistungskraft vergleichbarer westlicher Institute zu finden. Die übrigen Kreditinstitute in der früheren DDR bzw. ihre Rechtsnachfolger beschränken sich - sofern sie nicht von anderen Banken aus den alten Bundesländern übernommen wurden - im wesentlichen auf die Abwicklung bestehender Forderungen und Verbindlichkeiten.

 

GELDANLAGE

 

Die weitaus wichtigste Finanzierungsquellc der Kreditinstitute sind Fremdmittel, da die Eigenkapitalquote - gemessen an der Bilanzsumme - im Durchschnitt nur etwa 5 % beträgt.  Im Wettbewerb um die Beschaffung fremder Mittel (Passivgeschäft) haben die Banken in den letzten Jahrzehnten vielfältige Angebote entwickelt, die Privatkunden, Unternehmen und der öffentlichen Hand interessante Anlagemöglichkeiten bieten. Andererseits haben die in den letzten beiden Jahrzehnten erheblich gestiegenen Masseneinkommen zusammen mit der im internationalen Vergleich hohen Sparquote von etwa 14 % dazu geführt, daß die privaten Haushalte in Westdeutschland über ein rasch wachsendes Geldvermögen verfügen, das jährlich um jeweils mehr als 200 Mrd. DM wächst und derzeit mehr als 3 Billionen Geldvermögen beträgt. Hinzu kommen fast 2 Billionen DM Geldvermögen der Produktionsunternehmen,   die zumindest vorübergehend eine rentierliche Anlage suchen. Was die Anleger angeht, so wird jeder bemüht sein, seine Erspar-nisse ertragbringend anzulegen, wenn sie auch klein sind. Denn selbst bei niedrigen Inflationsraten verliert das Geld mit der Zeit an Wert.

Da sich die wichtigsten Anlageziele - hohe Erträge, größtmögliche Sicherheit, rasche Verfügbarkeit- oftmals gegenseitig ausschließen und bei den Anlageentscheidungen zudem die persönlichen Verhältnisse sowie steuerliche Gesichtspunkte zu berücksichtigen sind, kommt der individuellen Beratung größte Bedeutung zu. Die meisten Banken bieten ihren Kunden deshalb eine eingehende, kostenlose Anlageberatung. Eine mögliche Nutzung der staatlichen Sparförderung, insbesondere nach dem   Fünften Vermögensbildungsgesetz und denn Wohnungsbau-Prämiengesetz kann für die Anlageentscheidungen wichtig sein. In manchen Fallen spielen steuerliche Überlegungen eine Rolle.

Sichteinlagen sind die liquideste, aber auch die am wenigsten rentierliche Anlageform. Sie werden meist nicht oder nur geringfügig (mit 0, 5 % p.a.) verzinst. In der Regel dienen Sichteinlagen der Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Das Volumen der Sichteinlagen von Nichtbanken bei den Kreditinstituten beträgt rund eine halbe Billion DM.

Bei den Termineinlagen handelt es sich um befristete Einlagen, die meist in großen Beträgen (ab 10 000 DM) für eine bestimmte Zeit angelegt werden. Ist der Rückzahlungstermin bereits im voraus bestimmt, spricht man von Festgeldern, bedarf es zur Fälligkeit der Kündigung, von Kündigungsgeldern. Letzteren kommt allerdings in der Praxis nur geringe Bedeutung zu. Für die meisten Termineinlagen gilt dabei die Regelung, daß sie bei Fälligkeit um den gleichen Zeitraum zu den jeweils geltenden Zinssätzen verlängert werden, sofern sie der Kunde nicht abruft.

Die Verzinsung richtet sich in erster Linie nach der jeweiliger Marktsituation, aber auch nach der Laufzeit und der Höhe der Einlage. Aufgrund der einfachen Handhabung, der kurzen Bindungsfristen und der vergleichsweise hohen Verzinsung ist der Anteil der Termineinlagen am gesamten Passivgeschäft der Kreditinstitute in den letzten Jahren erheblich gewachsen.

Die Spareinlage stellt die in der Vergangenheit dominierende Form der verzinslichen Einlage mit der längsten Tradition dar, deren Besonderheit durch die Ausfertigung einer Urkunde - das Sparbuch - gekenzeichnet ist. Vom Sparbuch darf ohne Kündigung nur ein gewisser Betrag abgehoben werden, darüber hinausgehende Beträge müssen mit bestimmten Fristen gekündigt werden. Die Höhe der Verzinsung richtet sich nach der Länge der vereinbarten Kündigungsfrist. Bei höheren Spareinlagen räumen die Kreditinstitute ihren Kunden Bonifikation ein, so daß die tatsächliche Verzinsung über den im Aushang der Institute genannten Zinssätzen liegt. Wie bei allen Preisfestsetzungen im Aktiv- und Passivgeschäft sind die Kreditinstitute auch im Spargeschäft völlig unabhängig von staatlichen Vorschriften. Über den Preis eines Angebots entscheiden die Geschäftsleitungen der Kreditinstitute vor allen auch aufgrund der Wettbewerbssituation, die von Institut zu Institut, von Ort zu Ort und im Zeitablauf erhebliche Unterschiede auf weisen kann.

Im lebhaften Bankenwettbewerb sind vielfältige Sondersparformen entstanden, die oftmals auch institutsindividuelle Bezeichnungen tragen. So gibt es u.a. Sparverträge, auf die am Ende der Laufzeit eine einmalige Prämienzahlung ( Bonus) erfolgt, Verträge mit jährlich steigenden Zinssätzen, sofern nicht über das Kapital verfügt wird, Sparverträge mit Vorzugszinsen, die sich an der Kapitalmarktentwicklung oder anderen Anlageformen orientieren, Effektensparverträge, bei denen die regelmäßigen Sparraten in Wertpapieren - meist Investmentzertifikaten angelegt werden sowie Gewinn -und Lossparverträge. Erhebliche Bedeutung kommt Bausparverträgen zu, bei denen der Sparer mit seiner regelmäßigen Sparleistung deft Anspruch auf spätere  Auszahlung  eines zinsgünstigen Baudarlehens erwirbt.

Der Spareinlage verwandte Anlageformen sind Sparbriefe und Sparschuldverschreibungen, die keine Börsenfähigkeiten besitzen. Sparbriefe, die auf den Namen des Kunden lauten und nicht übertragbar sind, werden mit jährlicher Verzinsung sowie in ab- und auf gezinster Form angeboten. Ihre Laufzeit reicht in der Regel bis zu 6 Jahren. Die Rückgabe der Sparbriefe vor Fälligkeit ist meist ausgeschlossen. Im Gegensatz dazu sind Sparschuldverschreibungen Orderpapiere, deren Laufzeit meist 4 bis 10 Jahre beträgt und jederzeit zurückgegeben werden können.

 

WERTRPIERVERWALTUNG

Eine rasch wachsende Zahl von Kunden nimmt das Dienstleistungsangebot der Banken zur Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren in Anspruch, das als Depogeschäft bezeichnet wird und in enger Verbindung zum Effektengeschäft steht.

Die Zahl der von den Kreditinstituten verwalteten Wertpapier- Kundendepots hat sich allein in den letzten fünf Jahren um die Hälfte auf inzwischen weit über zehn Millionen Stück erhöht. Darin werden festverzinsliche Wertpapiere im Wert von rd. einer Billion DM, Aktien im Nominalwert von fast 100 Mrd. DM sowie nahezu 3 Milliarden Stück Investmentzertifikate verwaltet. Zur Verwaltung gehören u.a. der Einzug fälliger Zinsen und Dividenden, die Ausübung von Bezugsrechten für junge Aktien bei Kapitalerhöhungen sowie die Überwachung von Auslosungen umlaufender Schuldverschreibungen. Da die meisten Aktionäre die Hauptversammlungen nicht besuchen können oder wollen, betrauen sie in der Regel die verwaltende Bank auch mit der Stimmrechtausübung. Dabei dürfen die Kreditinstitute einen Aktionär nur aufgrund einer schriftlich erteilten Vollmacht vertreten, die alle 15 Monate erneuert werden muß.

Neben der Verwaltung von Effekten im sogenannten offenen Depot nehmen die Kreditinstitute auch sonstige verschlossene, versiegelte oder plombierte Gegenstände im verschlossenen Depot in Verwahrung und vermieten ihren Kunden Schrankund Schließfächer (Safes). Sofern der Kunde Wertpapiere im Schrankfach deponiert, muß er sich selbst um deren Zins- und Fälligkeitstermine kümmern, da die Bank von Inhalt der Safes keine Kenntnisse nimmt.

Für einen ausgewählten Kundenkreis, der über größere Wertpapierbestände verfügt und sich um deren Umschichtung und Neuanlage sowie die damit verbundenen steuerlichen und rechtlichen Probleme nicht selbst kümmern will, übernehmen die Kreditinstitute zudem die Vermögens Verwaltung. Dazu bevollmächtigt der Kunde die Bank, sein Wertpapiervermögen im Rahmen einer individuell abgesprochenen Anlagekonzeption mit banküblicher Sorgfalt nach freiem Ermessen zu verwalten. Erfahrene Anlagespezialisten der Bank versuchen dabei, das vereinbarte Anlageziel zu erreichen, ohne Einzelweisungen des Kunden einzuholen.

EFFEKTENBÖRSE

 

Die Börse als feste Institution ist zwar schon sehr alt, aber noch nicht so alt, daß wir ihre Entstehung schon aus den Augen verloren hatten.

Die Effektenbörse hat sich im Laufe von Jahrhunderten aus Märkter. und Messen entwickelt, auf denen neben Waren anfänglich auch Edel steine und Edelmetalle gehandelt wurden. Zur Finanzierung der Käufe stellte man Wechselbriefe aus, die dann - besonders in Oberitalien - Gegenstand eines lebhaften Handels waren, z.B. in Venedig und Florenz. Mit der Ausdehnung des Handelsverkehrs erschienen die ersten Staats- und Kommunalanleihen, zu Beginn des 17. Jahrhunderts folgten die Aktien. Heute bestehen nebeneinander Waren-, Effekten-und Devisenbörsen als Spezialbörsen.

Die Entstehung des Wortes "Börse" ist umstritten. Nach der einen Auffassung stammt es von dem mittelhochdeutschen Wort "bursa" (= Genossenschaft), nach einer anderen von "van der Beurse" oder "van der Burse", dem Namen einer Patrizierfamilie aus Brügge, von deren Haus sich im Mittelalter eine der ersten Börsen befand. In Deutschland entstanden die ersten Börsen Ende des 17. Jahrhunderts. Hauptplätze waren Augsburg, Nürnberg, Hamburg, Köln, Königsberg, Lübeck und Frankfurt am Main. Die Berliner Börse gewann erst nach der Gründung des Deutschen Reiches überragende Bedeutung.

Die Effektenbörse ist ein Markt, der dem Abschluß von Handelsgeschäften in Effekten dient. Mit anderen Marktformen (Wochenmarkt, Messen) hat sie gemeinsames, daß sich Käufer und Verkäufer regelmäßig an einem bestimmtem Ort zu einen bestimmten Zeit treffen, um bestimmte Waren zu handeln.

Die Börse hat allerdings verschiedene Besonderheiten. Bezeichnend ist, daß an dem Markt Wertpapierbörse nur eine einzige Art von Waren gehandelt wird, nämlich Wertpapiere. Man kann die Börse als Verkehrskreuz des Kapitals betrachten. Sie ist " Mittler" zwischen der geldsuchenden Wirtschaft und dem anlagebereiten Publikum. Aus diesem Grunde hat die Börse eine große volkswirtschaftliche Bedeutung. Ein riesiger Markt, wenn man bedenkt, daß an den Börsen Deutschlands jährlich weit über zwei Billionen DM umgesetzt werden. Wertpapierbörsen gibt es in aller Welt, d.h. in Ländern mit einer freien Wirtschaftsordnung. Heute sind alle Börsen miteinander durch globale Kommunikationssysteme verbunden und beeinflussen sich untereinander (Anhänge und 2).

 

DEVISEN UND DEVISENKURSE

 

Im Außenwirtschaftsverkehr können Zahlungen in inländischer Währung (DM-Zahlungen) und Zahlungen in ausländischer Währung (Devisenzahlungen) erfolgen.

Devisen sind Zahlungsmittel in ausländischer Währung. Darunter fallen täglich fällige Guthaben bei ausländischen Kreditinstituten, Schecks und Wechsel, die auf ausländische Währung lauten und im Ausland zahlbar sind. Für den internationalen Zahlungsverkehr sind vor allem die von inländischen Kreditinstituten als täglich fällige Guthaben bei ausländischen Kreditinstituten unterhaltenen Guthaben bedeutungsvoll. Da diese Bankguthaben an bestimmten Plätzen im Ausland verfügbar sind, d.h. dort ausgezahlt werden können, spricht man von Auszahlungen, so z.B. bei US-Dollars von "Auszahlung New York", bei Pfund Sterling von "Auszahlung London". Der Devisenhandel zwischen Kreditinstituten befaßt sich ausschließlich mit Auszahlungen.

Sorten sind Noten und Münzen in ausländischer Währung.

 

UNTERSCHEIDUNG DER DEVISEN

 

Unterscheidungen nach Art und Umfang der Konvertierbarkeit (Umtauschbarkeit)

 

Frei konvertierbare Devisen (sog. Hartwährungen) werden von der Zentralbank des Währungslandes unbeschränkt in jede Währung getauscht (US- Dollar, Kanadischer Dollar, Schweizer Franken, Deutsche Mark). Beschränkt konvertierbare Devisen (sog. Weichwährungen) werden von der Zentralbank des Währungslandes nicht unbeschränkt in andere Währungen getauscht. Nicht konvertierbare Devisen unterliegen der Devisenbewirtschaftung (Devisenzwangswirtschaft).

 

 

Unterscheidung nach der Verfügbarkeit

 

Kassendevisen sind sofort verfügbare Devisen. Dem Käufer von Kassendevisen stehen die Devisen zwei Geschäftstage später zur Verfügung.

Termindevisen sind später verfügbare Devisen. Dem Käufer von Termindevisen stehen die Devisen zu einem bestimmten Zeitpunkt nach dem Kauf zur Verfügung.

 

 

 


Feste und freie Devisenkurse (Wechselkurse)

 

Feste Devisenkurse (Wechselkurse) können absolut oder relativ feste Kurse sein.

Bei absolut festen Devisenkursen legt der Staat die Preise für das ausländische Zahlungsmittel fest. Es gibt keinen Devisenmarkt. An - und Verkauf ausländischer Zahlungsmittel dürfen nur über, dafür zuständige Stellen zu offiziellen Kursen erfolgen. Die Einfuhr inländischer Währung aus dem Ausland ist verboten oder nur in geringen Mengen erlaubt. Beispiel hierfür waren die Ostblockstaaten, in denen der freie Handel mit Devisen verboten war, aber auf dem "schwarzen Markt" dennoch betrieben wurde.

Bei relativ festen Devisenkursen wird ein Austauschverhältnis zu den Währungen anderer Staaten festgelegt. Das Austauschverhältnis heißt Parität. So spricht man z.B. von US-Dollar-Parität, wenn die eigene Währung ein festgesetztes Austauschverhältnis zum US-Dollar hat. Der Kurs, der der Parität entspricht, heißt Paritätenkurs. Bei relativ festen Devisen- oder Wechselkursen gibt es einen freien Devisenmarkt, auf dem sich die Devisenkurse nach Angebot und Nachfrage bilden. Der Staat setzt

Höchst- und Niedrigstkurse fest, bis zu denen der Marktpreis vom Paritätskurs abweichen darf. Bei   Erreichen der Höchstund Niedrigstkurse greift die Zentralbank ein und verkauft oder kauft Devisen. Die Zentralbank interveniert durch zusätzliche Nachfrage. Die Höchstund Niedrigstkurse heißen daher auch Interventionspunkte.

Beispiel für diese Devisenkursfestsetzung ist das EuropäischeWährungssystem (EWS), das zwischen  den  Währungen  seiner Mitgliedsländer zweiseitige Leitkurse (Paritätskurse) festsetzt und eine Schwankungsbreite (Bandbreite) von 4,5 % (Spanien: 12 %) zuläßt. Der Devisenkurs jedes Mitgliedslandes zu jedem anderen Mitgliedsland kann um 2,25 % nach oben und um 2,25 % nach unten von dem Leitkurs abweichen.

Die folgende Übersicht zeigt die Festlegung des DM-Leitkurses für 100 holländische Gulden (hfl) und die mögliche Schwankungsbreite des hfl-Kurses an der Frankfurter Devisenbörse. Für die Amsterdamer Devisenbörse besteht ein entsprechender hfl-Leitkurs für 100 DM (112, 773 7hfl = 100 DM) und eine entsprechende Schwankungsbreite (Höchstkurs: 115, 235 hfl, Niedrigstkurs: 110, 1675 hfl). Der Intervention der Deutschen Bundesbank durch hfl - Verkauf bei Erreichen des Höchstkurses in Frankfurt entspricht die Interventionen der niederländischen Zentralbank durch DM-Kauf bei Erreichen des Niedrigstkurses in Amsterdam.

Bei freien Devisenkursen wird kein Austauschverhältnis zu den Währungen anderer Staaten festgelegt. Die Devisen- oder Wechselkurse sind frei und bilden sich nur aufgrund von Angebot und Nachfrage ("Floating"), Der Devisenkurs ist ein Gleichgewichtspreis (siehe 7.2.1.3.2).